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Patienteninformation

(Text/Deutsch)

Was ist COR-101?

COR 101 ist ein menschliches Eiweiß. Es ist genau so ein Antikörper, wie wir ihn selbst nach einer Impfung oder Infektion bilden. Tatsächlich wurde sein Bauplan aus einem gesundeten COVID-19 Patienten gewonnen. COR-101 ist also ein natürlicher menschlicher Wirkstoff der mit bestens etablierten, für viele Medikamente bereits verwendeten Herstellverfahren produziert wird.

Die Behandlung mit dem menschlichen Antikörper COR-101 bedeutet also, dass wir das Fehlen eines natürlichen Wirkstoffes ausgleichen, den wir normalerweise selbst bilden, aber aus verschiedenen Gründen nicht in ausreichender Menge gegen das Coronavirus erzeugen. COR-101 ist also nichts anderes als unsere körpereigenen Wirkstoffe gegen COVID-19, die wir selbst bilden.

Wie wird COR-101 angewendet?

Weil COR-101 ein Eiweiß ist, wird es, wenn man es schlucken würde, von der Säure im Magen zerstört. COR-101 muss deshalb als Infusion über eine Vene gegeben werden.

Wie lange muss ich mit COR-101 behandelt werden?

COR-101 wird nur an Patient*innen gegeben, die mit einer mittelschweren bis schweren Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Die Patient*innen erhalten nur eine Infusion innerhalb von 3 Tagen nach Aufnahme in das Krankenhaus. Die Menge an COR-101, die den Patient*innen gegeben wird, richtet sich nach ihrem Körpergewicht, d.h., je schwerer sie sind, umso mehr COR-101 wird ihnen infundiert. 

Gibt es unerwünschte Wirkungen von COR-101?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von COR-101 werden gegenwärtig in klinischen Studien überprüft. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir sagen, dass COR-101 von den Patient*innen gut vertragen worden ist. Eine abschließende Aussage zu unerwünschten Wirkungen können wir noch nicht machen.

Hat COR-101 einen Einfluss auf meine Corona-Impfung?

Wenn Patient*innen mit einer mittelschweren bis schweren Corona-Infektion im Krankenhaus liegen, haben sie sich die Infektion zugezogen, weil sie entweder nicht geimpft sind oder sich trotz Impfung angesteckt haben. Patient*innen können im Krankenhaus mit COR-101 unabhängig von ihrem Impfstatus behandelt werden. Eine Impfung nach überstandener Infektion sollte frühestens 4 Wochen nach Ende der Krankheitssymptome erfolgen (siehe aktuelle Empfehlung des Robert Koch Instituts).

Hat COR-101 einen Einfluss auf das Corona-Testergebnis?

COR-101 erkennt das Coronavirus im Körper und lagert sich an das Virus an. Dadurch kann das Virus selbst nicht mehr an Körperzellen binden und sie zerstören. COR-101 hilft dem Körper dabei, das Virus abzubauen. Über diesem Mechanismus kann der Virusabbau beschleunigt werden und ein Test auf Coronaviren schneller wieder negativ sein.

Wird eine Behandlung mit COR-101 in den Impfpass eingetragen?

Nein, denn bei einer Behandlung mit COR-101 handelt es nicht um eine Impfung. 

Können werdende oder stillende Mütter mit COR-101 behandelt werden?

Bisher wurden noch keine schwangeren Frauen oder stillende Mütter mit COR-101 behandelt. Da es noch keine Daten gibt, dürfen Schwangere oder Stillende mit einer Corona-Infektion noch nicht mit COR-101 behandelt werden.

Können Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit COR-101 behandelt werden?

Bisher wurden noch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit COR-101 behandelt. Da es noch keine Daten gibt, dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit einer Corona-Infektion noch nicht mit COR-101 behandelt werden.

Was sind Antikörper?

Antikörper sind bei jedem Menschen der zweithäufigste Eiweiss-Stoff im Blutserum. Ihre Aufgabe ist das Abfangen und Zerstören von Krankheitserregern. Dabei entwickelt jeder Mensch sehr viele verschiedene Antikörper, die unterschiedliche Krankheitserreger bekämpfen können.
Nach einer Corona-Impfung oder nach einer Infektion entwickelt die betroffene Person auch Antikörper, welche das Coronavirus bekämpfen können. Allerdings ist die Stärke dieser Wirksamkeit von Mensch zu Mensch verschieden. Deshalb erkranken einige Menschen, andere aber nicht. Antikörper sind also keine künstlichen Chemikalien wie viele andere Medikamente, sondern natürliche Wirkstoffe, die unser Körper selbst bildet, und die jederzeit in großen Mengen in unserem Blut vorhanden sind.

Gibt es bereits Erfahrungen mit Antikörpern als Medikamenten?

Ja. Die Behandlung mit Antikörpern gegen verschiedene andere Krankheiten ist seit mehr als einem Jahrhundert in der Medizin weit verbreitet und hat unzähligen Kindern das Leben gerettet, zum Beispiel nach Erkrankungen an Diphtherie oder Tetanus. Moderne menschliche Antikörper-Medikamente gegen andere Lungenviren dürfen sogar vorbeugend an frühgeborene Säuglinge oder Kinder mit Vorerkrankungen verabreicht werden, da sie keine Nebenwirkungen verursachen. Denn schließlich ergänzt man mit der Antikörperbehandlung nur eine zu geringe Menge an körpereigenen Stoffen, die wir in diesem Moment nicht in ausreichender Menge selbst bilden können.

Mehrere andere Antikörperpräparate sind auch bereits zur vorbeugenden oder frühen Behandlung von SARS-CoV-2 infizierten Personen zugelassen. COR-101 unterscheidet sich aber von diesen im Aufbau und wurde speziell für die Behandlung von infizierten Patienten mit mittleren bis schweren Symptomen entwickelt.

Was unterscheidet COR-101 von anderen Antikörpermedikamenten?

Im Gegensatz zu einigen anderen zugelassenen Antikörpermedikamenten, wie z.B. IVIG (menschliche Antikörpermischung von gesunden Blutspendern) erfolgt die Produktion von COR-101 zum Schutz der Patienten mit einem etablierten Verfahren, an dem keinerlei Teile des Virus beteiligt sind, und somit auch kein Risiko für eine Infektion besteht. Bei der Herstellung von COR-101 wird auch kein menschliches Blut oder Virusmaterial eingesetzt.

Mehrere andere Antikörper sind mittlerweile als Medikamente gegen COVID-19 zugelassen. COR-101 Antikörper unterscheidet sich von diesen dadurch, dass er auch bei Patienten mit mittlerer bis schwererer Erkrankung noch verabreicht werden darf, da er einen zusätzlichen Sicherheitsmechanismus eingebaut hat.

Deshalb wurde COR-101 für die klinische Erprobung zur Behandlung von COVID-19-Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Erkrankung von den Genehmigungsbehörden bereits zugelassen. Diese klinische Studie soll herausfinden, wie gut der Antikörper wirkt und vertragen wird.
Unser Ansatz zur Medikamentenproduktion auf Basis körpereigener Wirkstoffe wurde mehrfach preisgekrönt, z.B. mit dem Niedersächsischen Innovationspreis 2020.

Wie wirken Antikörper gegen Coronaviren?

COR-101 hat ein Wirkmechanismus, der unseren körpereigenen Antikörpern entspricht: er hindert die Coronaviren daran, in unsere Körperzellen einzudringen und sich zu vermehren. Er nutzt also genau das gleiche Schutzprinzip wie Antikörper aus unserem eigenen Körper, die bei den meisten Menschen nach der Infektion oder durch Impfung selbst erzeugt werden. Das liegt daran, dass COR-101 basierend auf einem Antikörper eines gesundeten Patienten entwickelt wurde. Der Schutz durch Antikörper hält mehrere Wochen an, also ausreichend lange, bis die Krankheit überstanden ist. Man muss also nur einmalig damit behandelt werden, wenn man infiziert ist.

Wie unterscheiden sich Antikörper von einem Impfstoff?

Ein Zitat von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek vom 14.06.2021 zeigt das Problem:

„Neben der Verfügbarkeit von Impfstoffen ist die erfolgreiche Entwicklung wirksamer Therapeutika entscheidend, um die Corona-Pandemie langfristig bewältigen zu können. Selbst bei einer hohen Impfrate müssen wir leider damit rechnen, dass Menschen weiter an COVID-19 erkranken.“

Impfstoffe können bereits an COVID19 erkrankte Patienten nicht heilen. Der Grund dafür ist, dass sie dadurch wirken, dass sie im geimpften Menschen das Abwehrsystem alarmieren, welches danach mindestens zwei Wochen benötigt, um die notwendigen Mengen an Antikörpern in unserem Blut zu bilden. Innerhalb dieser Zeit kann die Erkrankung jedoch im schlimmsten Fall bereits zum Tod geführt haben. Auch wird der Schutz über die Zeit weniger, und einige Menschen können aufgrund von Vorerkrankungen überhaupt nicht geimpft werden.

Für alle diese Patienten stellt COR-101 eine körpereigene Wirkstoff-Alternative dar, die ohne jede Nutzung von Virusmaterial oder Erbsubstanz auskommt.

 

Warum wird COR-101 klinisch getestet?

Der menschliche Antikörper COR-101 konnte in Laborversuchen das Eindringen der Coronaviren in Zellen vollständig blockieren. Damit verhindert er, dass sich das Virus vermehren und ausbreiten kann.

In Versuchen mit Hamstern verringerte er die Virenanzahl in der tiefen Lunge innerhalb von drei Tagen um mehr als 99,5%. Bei Versuchen mit Mäusen beseitigte der Antikörper die Viren in vielen Fällen sogar vollständig.

Diese Versuche wurden so durchgeführt, dass sie die Erkrankung in der menschlichen Lunge möglichst genau widerspiegeln.

Aufgrund dieser überzeugenden Daten erteilte die deutsche Zulassungsbehörde für Medikamente die Erlaubnis zur Verwendung von COR-101 im Menschen im Rahmen von klinischen Studien.

Warum ist es wichtig an klinischen Studien mitzuwirken?

Während der klinischen Studien sollen die an der Studie beteiligten Patienten mit einem neuen Medikament COR-101 behandelt werden, das spezifisch für die Behandlung von Covid-19 Patienten im Krankenhaus entwickelt wurde, um die Dauer des Krankenhausaufenthalts zu reduzieren und die Schwere der Erkrankung zu mildern. Im Rahmen dieser klinischen Studie sollen weitere Erfahrungen über die Wirksamkeit des Medikamentes gewonnen werden. Studien dieser Art sind eine Voraussetzung dafür, dass das Mittel hoffentlich sehr bald für alle Menschen verfügbar wird.